SERVICES

Logo Wothouq red dots.png

1

Rechtsberatung und -betreuung

Ein Großteil der rechtlichen Probleme resultiert aus mangelnder Information bzgl. eigener Rechte bzw. ihrer Durchsetzungsmöglichkeiten. Um dem zu begegnen, sollen (1) Informationen zu Rechten und rechtlichen Möglichkeiten durch Rechtsberatung und Informationsmaterialien weitergegeben und (2) die Durchsetzung und der Schutz von Rechten durch individuelle rechtliche Unterstützung überwacht und sichergestellt werden. Zwei Anwält*innen und 2-3 Rechtswissenschaftsstudent*innen werden die rechtliche Unterstützung im Center anbieten und in diesem Rahmen  folgende Rechtsgebiete abdecken; Internationaler Schutz, Geschlechtsbezogene Schwierigkeiten, und Sozial- und Arbeitsrecht für Schutzsuchende. 

Die Rechtsberatung wird in einer vom Gemeinschaftsbereich separierten Räumlichkeit stattfinden, um für alle Schutzsuchenden, unabhängig ihres Geschlechts, zugänglich zu sein und zugleich das Gemeinschaftszentrum als einen für Frauen* sicheren Raum zu erhalten. Soweit notwendig werden Einzelfälle für Rechtsbeistand an die BAR-Association weitergeleitet, welche den Anwält*innen des Centers möglicherweise ebenfalls Fälle zuweisen wird. 
 

2

Psychologische Beratung

Eine türkisch- und arabischsprachige Psychologin wird 2-3 Tage der Woche für Gespräch und Beratung an einem sicheren, separierten Bereich im Zentrum zur Verfügung stehen; in besonders ernsthaften Fällen können Personen für Therapierung an staatliche Gesundheitsinstitutionen oder, wenn (für diejenigen, welche sich außerhalb der ihnen zugeordneten Region aufhalten oder sich nicht Registrieren konnten) nicht zugänglich, an entsprechende NROs wie beispielsweise „World Wide Doctors“ weiterleiten. Durch Unterstützung im Umgang mit u.a. traumatischen Erlebnissen, Unsicherheiten und (geschlechterspezifischen) Gewalterfahrungen, kann die gegenwärtige Situation durch stabilisierende und stärkende Wirkung entschei- dend verbessert und Ängste und Sorgen gemildert werden. Besonderes Augenmerk liegt auf Fällen, in wel- chen Frauen* unter missbräuchlichen Beziehungen oder illegalen (Kinder-/Zweitfrau-) Ehen leiden.

Die enge Zusammenarbeit der Anwält*innen, der Psychologin* und der Sozialarbeiterin* welche alle direkt im Center arbeiten werden, hat den enormen Vorteil, dass Maßnahmen direkt ergriffen werden können, ohne dabei von Verweisung zu anderen Organisationen/Institutionen abhängig zu sein, welche grundsätzlich mit Verzögerungen, zusätzlicher Administration und Unsicherheit der tatsächlichen Umsetzung einhergehen.

3

Gemeinschaftlicher Ort, Aktivitäten und Forum-struktur

Das Zentrum soll Frauen* als offener, solidarischer und partizipatorischer Raum, als Ort des Zusammentreffens, Austausches, gegenseitigen Lernens und gemeinsamer Aktivitäten zur Verfügung stehen und ein Ge- fühl von Zugehörigkeit, Sicherheit und Vertrauen vermitteln.  Neben den obenstehenden Grundangeboten, welche mehr zur Lösung konkreter Probleme beitragen wer- den, sollen weitere Aktivitäten Frauen* darin unterstützen, eigene Fähigkeiten, Stärke und Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Um genügend Freiraum für die gemeinsame Herausarbeitung der tatsächlichen Bedürf- nisse der Frauen* zu erhalten und entsprechendes Programm gemeinsam auszuloten, werden zu Beginn des Projektes nur die untenstehenden Aktivitäten fest etabliert sein. Dies soll die notwendige Flexibilität ermöglichen, um mit Blick auf die Zwecksetzung des Projekts, die Autonomie der marginalisierten Zielgruppe zu fördern und Ort und Aktivitäten zusammen nicht für sondern mit den Teilnehmerinnen* zu gestalten. 

Um dem Problem sozialer Ausgrenzung von Frauen* zu begegnen und einen Begegnungsort für Einheimi- sche und Geflüchtete zu schaffen, soll im Center gemeinsam gekocht werden und so sprachlicher und kulinarischer Austausch stattfinden. Dabei kommt besonders die kulturelle Gemeinsamkeit vieler Geflüchteter und Einheimischer zum Tragen, Essen als soziales Moment am Tag zu wertschätzen. 

 

Sprachunterricht in Türkisch und Englisch wird Geflüchtete und Einheimische im gemeinsamen Lernprozess näher bringen und eine gemeinsame Kommunikationsebene schaffen. Zudem sollen Informationsworkshops zu alltagsbezogenen und anderen relevanten Themen (bspw. gender-based-violence), zur Erleichterung des Lebens in Izmir und zur persönlichen Stärkung beitragen. Insbesondere sollen letztere auch feministi- sche Perspektiven aufzeigen und zur Diskussion stellen.                                                                                 

 

Um Frauen* in ihrer derzeit prekären wirtschaftlichen Situation zu unterstützen, werden sie die Möglichkeit haben, sich Fähigkeiten zur Herstellung von (bspw. handwerklichen) Gütern, einschließlich deren Verkauf im Internet durch Teilnahme an entsprechenden Trainings anzueignen. Indem auf diese Weise die Selbstorganisation gefördert wird, werden Frauen* in ihrer (wirtschaftlichen) Unabhängigkeit gestärkt. Um dieses Ziel zu erreichen unterliegt die Auswahl der jeweiligen Trainingsthemen Kriterien der tatsächli- chen Umsetzbarkeit unter den gegebenen Umständen, also insbesondere geringer Material- und Herstel- lungskosten, erschwingliche Geräte und Produzierbarkeit in kleinen Wohnungen. 

Ein separater Bereich für Kinder soll es Eltern/Müttern ermöglichen, sämtliche Aktivitäten und Leistungen wahrzunehmen und ihre Kinder dabei in sicheren Händen zu wissen. Aktivitäten wie Basteln, Malen, (Theater) Spielen und Lesen sollen Kindern und Jugendlichen eine altersgemäße Freizeit ermöglichen und im spielerischen Kontext einen frühen Erwerb der türkischen Sprache fördern. Letzteres ist auch für den Zulas- sungstest in Schulen relevant. Daneben tritt an Wochenenden Hausaufgabenbetreuung für ältere Schüler*innen.

4

Soziale Arbeit

Eine ebenfalls türkisch- und arabischsprachige, kompetente sog. Social-protection Managerin mit langjäh- riger Erfahrung in Izmir, wird die Frauen* bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben unterstützen. Dies erfolgtmaßgeblich durch Vermittlung und Begleitung zu Institutionen und anderen Leistungsträgern in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Sozialhilfe, Arbeit und sämtlichen sonstigen bürokratischen Aufgaben durch Un- terstützung in administrativen Aufgaben, wie bspw. der Beantragung von Sozialleistungen oder der Anmeldung für Leistungstests.                                                                    

Abhängig davon, ob eine Person valide Registrierungsdokumente hat, können Schwierigkeiten durch Wei- terleitung  an  institutionelle  Stellen  wie  das  Ministerium  für  Arbeit,  Sozialhilfe  und  Familie  oder  die Arbeitsagentur Işkur oder wenn keine entsprechenden Dokumente vorhanden, an Organisationen wie Yurt- taşlık derneği, Kizilay (Gesundheit und humanitäre Hilfe), Refugee Support Center (für Menschen mit Behin- derungen) und Halklarin Körüsü Derneği (Informationsveranstaltungen) gelöst werden. 

5

Vernetzung und Recherche zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation

Bis eine gewisse Routine in den Center-Alltag eingekehrt ist, werden wir uns zunächst auf die Umsetzung der oben genannten Punkte konzentrieren. Daneben werden wir uns vor Ort noch intensiver vernetzen und Zusammenarbeit mit anderen Akteuren ausbauen und festigen. Im Mittelpunkt steht dabei langfristig das Ziel, alternative Unterstützungsmöglichkeiten zu mangelhaftem rechtlichen Schutz von arbeitenden Geflüch- teten zu suchen und zu entwickeln.

© 2019 von Wothouq. Wir haben nicht das Urheberrecht an allen Fotos auf dieser Seite.

* inklusive aller Personen, welche sich als weiblich identifizieren.

Kontakt:

+90 534 828 4716

info@wothouq.org

Postadresse:

Wothouq e.V.

Peterssteinweg 15

04107 Leipzig 

Germany

Förderer:

Förderer:

stiftung_do_logo.gif